LAMELLENPRÄZISIONSKUPPLUNGEN FÜR STEIGENDE ANFORDERUNGEN

Der Kupplungshersteller R+W hat neuartige Lamellenpräzisionskupplungen (Modellreihe LP) entwickelt, die beispielsweise in Applikationen in der Stahlindustrie, in Pumpen oder in der Fördertechnik zum Einsatz kommen. Die torsionssteifen, wartungsfreien und temperaturfesten Kupplungen wurden speziell für die immer höher und spezieller werdenden Anforderungen entwickelt und weisen auch unter extremen Einsatzbedingungen eine große Leistungsdichte bei hoher Lebensdauer auf. 

Die Baureihe LP ist meist kompakter gebaut als vergleichbare Produkte auf dem Markt. Die geringere Größe bringt Vorteile mit sich. Unter anderem benötigen Konstrukteure hierdurch weniger Bauraum bei der Auslegung von Maschinen und Anlagen. Ein weiteres Merkmal der Modellreihe ist ihre Lieferung im montierten Zustand. Die Anwender müssen sich daher nicht um die Montage der Kupplungen kümmern - dies spart Zeit, minimiert mögliche Fehlerquellen und trägt somit zu Effizienzsteigerungen in den Betrieben bei. 


LPA für Öl & Gas


Die unterschiedlichen Modelle der Baureihe sind für Nenndrehmomente zwischen 350 und 20.000 Newtonmetern konzipiert und in einfach- oder doppelkardanischer Ausführung erhältlich. Weiterhin sind diese mit Passfederverbindung, Konusklemmnaben oder in einer Klemmnabenausführung erhältlich. Eine spezielle Variante der Baureihe LP ist die sogenannte LPA. Sie ist ausgelegt für die Anforderungen des American Petroleum Institutes (API). Der Verband vertritt die Interessen der amerikanischen Öl- und Gasindustrie. Das API definiert die Standards für Material und Technologien, die in der Erdölindustrie eingesetzt werden dürfen. Die LPA ist mit zwei Sicherheitsschleifen konstruiert und erfüllt die Anforderungen an die Funktionssicherheit, beispielsweise beim Einsatz in Raffinerien zur Verbindung von Motor und Pumpe in Prozesspumpen, Wasserpumpen, Kompressoren oder Turbinen.


Torsionssteifigkeit


Die Lamellenpräzisionskupplungen sind durchgängig mit einer Sechslochlamelle ausgestattet und mit Bohrungsdurchmessern zwischen 18 und 170 Millimetern (je nach Serie) verfügbar. Sie gleichen jeweils einen Winkelversatz von 0,7 Grad je Lamellenpaket aus. Lagerbelastungen und Vibrationen werden durch ihre spezielle Konstruktion minimiert. 

Ein Grund für die hohe Torsionssteifigkeit ist die homogene Ausrichtung der Lamellen innerhalb der Kupplung. Jede einzelne Lamelle wird bei der Montage jeweils um 60 Grad versetzt zur nächsten angeordnet. Ein optisches Merkmal auf jeder Lamelle ermöglicht die exakte Montage nach diesem Prinzip. Auf diese Weise hat die Walzrichtung des Stahls keinen negativen Einfluss auf die Torsionssteifigkeit der Kupplungen. Die Lamellen bestehen aus einem speziell entwickelten hochfesten Federstahl. Das Material ist gezielt auf die Anforderungen im Einsatzgebiet abgestimmt. Es besitzt eine hohe Zugfestigkeit und ist gleichzeitig biegeelastisch, um für die unterschiedlich einwirkenden Kräfte gerüstet zu sein – für eine genaue Drehmomentübertragung und hohe Verdrehsteifigkeit. 


Verschraubung für Präzision


Zur verbesserten Sicherheit sowie zur präzisen Übertragung von Drehmomenten trägt ferner eine spezielle Verschraubung bei. Während am Markt üblicherweise Passschrauben für die formschlüssige Übertragung eines Teils des Nennmoments sorgen, sind die Kupplungen der Baureihe LP mit hochfesten Schrauben verschraubt. Dies bietet funktionale Vorteile gegenüber dem Einsatz von Passschrauben. Die Verwendung von hochfesten Schrauben garantiert eine hohe Flächenpressung und Spannkraft, was entscheidend zur Sicherheit und zur genauen Positionierung der Anlage beiträgt. Das Drehmoment wird aufgrund dieser Konstruktion, anders als beim Einsatz von Passschrauben, ausschließlich per Reibschluss übertragen.


Autor:
Dirk Hasenstab, Vertrieb / Marketing

 

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